Die Hochzeit ist ein wunderschöner, romantischer und traditioneller Augenblick, von dem jeder träumt. Sie ist Ausdruck der Liebe und des Füreinander Dasein. Leider währt dieser Augenblick nicht ewig, doch was bleibt, ist das Symbol der Zusammengehörigkeit: der Ehering.

Er ist Bestandteil der traditionellen Hochzeitszeremonie, dem Ringaustausch. Hat man den richtigen Partner oder die richtige Partnerin gefunden, denkt man auch bald an eine gemeinsame Zukunft. Die Trauung ist meist ein einmaliges Erlebnis für das Brautpaar und soll daher perfekt sein.

Doch an welche Hand wird der Ring eigentlich gesteckt? Diese Frage wird im Folgenden beantwortet.


Die linke Hand

Vena Amoris

In der Antike glaubten die Römer und Griechen an eine sogenannte Liebesader (Vena Amoris), die vom linken Ringfinger direkt zum Herzen führen sollte. Also wurden Herzensangelegenheiten, wie der Ehering als Symbol der ewigen Liebe, am Ringfinger der linken Hand getragen.

Die Glückshand

Eine weitere Vermutung ist, dass der Ehering an der linken Hand getragen wird, weil diese als die „Glückshand“ gilt. Wahrsagerinnen nutzen meist die linke Hand zum Lesen der Lebenslinien. Dies liegt auch den Funktionen des Gehirn zugrunde. Die linke Gehirnhälfte ist für das logische Denken zuständig und steuert die rechte Körperseite.

Dagegen ist die rechte Hälfte eher die emotionale Seite und steuert die linke Körperseite. Somit werden in der Wahrsagerei die Lebenslinien links gelesen und der Ehering sitzt somit auf der emotionalen Seite.

Der praktische Grund

Gerade für Rechtshänder ist es praktischer den Ehering an der linken Hand zu tragen. Somit stört er nicht bei der Arbeit oder im Alltag. Vor allem wenn die rechte Hand viel benutzt wird, wie z.B. für handwerkliche Jobs. Man kann so vermeiden, dass der Ring drückt, abfällt oder sich in etwas verheddert.

Pflegehinweise
Für den sorgsamen Umgang und die Pflege Ihrer Trauringe haben wir einige Tips.

Die rechte Hand

In Deutschland und einigen Nachbarländern wird der Trauring nach Tradition am Ringfinger der rechten Hand getragen. Allerdings ist der tatsächliche Grund dafür nicht klar. Dennoch gibt es einige mögliche Erklärungen:

Religiöser Hintergrund

Die rechte Hand ist im alten katholischen Glauben eine Verbindung zu Jesus. Kardinäle, Bischöfe und der Papst tragen Ringe an der rechten Hand, was als Tradition auch für Trauungen übernommen wurde. Da die Trauung damals nur in Kirchen stattfand, symbolisiert der Ring auch das Versprechen vor Gott.

Er verweist auf Gottes Segen und der Liebenden Zusammengehörigkeit. Daneben erinnert er auch an das Gelübde der ewigen Treue und soll vor Untreue schützen, bzw. sie verhindern.

Begrifflicher Grund

Nimmt man das Wort „rechts“ unter die Lupe, sieht man, dass sich dieses auch in „Recht“, „Gerechtigkeit“ und „rechtschaffend“ befindet. Die rechte Hand ist die „Richtige“, mit der man sich begrüßt und, da die Mehrheit der Menschen rechtshändig ist, Verträge unterzeichnet.

Somit steht das Tragen des Eherings an der rechten Hand für den Vertrag der Ehe vor dem Gesetz. Auch befindet sich der Trauring damit auf der „guten“ und „rechtschaffenden“ Seite.

Die Germanen

Sowie die Römer an eine Liebesader glaubten, so glaubten auch die Germanen an eine solche. Jedoch befand sie sich nicht auf der linken, sondern der rechten Seite. Die Gemeinsamkeit der beiden Mythen ist nach wie vor der Ringfinger. Man vermutet, dass die Germanen diese Tradition bis ins 21. Jahrhundert getragen haben.

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Gruppenbild aller TA35 Varianten, Ringe in 2mm; 2,5mm und 3mm Breite

Verlobungsringe

Auch die Verlobung spielt eine bestimmte Rolle. Je nachdem an welcher Hand der Verlobungsring getragen wird, werden Eheringe an die jeweils andere gesteckt. Da es in Deutschland Tradition ist, den Ehering rechts zu tragen, gehört der Verlobungsring nach links – und umgekehrt.

Der Sinn dahinter ist, dass an der Seite der Hand erkannt werden kann, ob die Person verlobt oder bereits verheiratet ist. Praktisch als eine Art Statussymbol. Dadurch ist es auch möglich, beide Ringe gleichzeitig zu tragen. Natürlich kann auch der Verlobungsring abgenommen und an gleicher Hand durch den Ehering ersetzt werden.

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Tantal Ringe mit Diamant und der auf hochglanz polierten Oberfläche Polished

Der Ehering in anderen Ländern und Religionen

An welcher Hand der Ehering getragen wird variiert außerdem in verschiedenen Ländern, Religionen und Traditionen. Grob lässt sich zusammenfassen, dass der Ehering in westlicheren Gebieten eher links getragen wird, und Richtung Osten vermehrt auf der rechten Seite.

Katholische Tradition:

Katholiken tragen ihren Trauring schon seit dem 9. Jahrhundert an der rechten Hand. Dies hat den Ursprung, dass die linke Seite als „unrein“ galt und die rechte Seite die Verbindung zu Jesus widerspiegelt.

Evangelische Tradition:

Auch nach der evangelischen Kirche wird der Ring rechts getragen. Angeblich hat Martin Luther aus Protest gegenüber dem Katholismus als erstes den Ehering an der rechten Hand getragen.

Im Islam:

Als Zeichen der Ehe wird der Ehering auch hier meist rechts getragen. Er hat hier jedoch keine religiöse Bedeutung.


Also was ist nun richtig: Ehering rechts oder links?

Am Ende gibt es dazu keinerlei Vorschriften. Jeder kann selbst frei entscheiden, an welcher Hand der Ehering getragen wird. Sei es aus praktischen Gründen; als Symbol der Zusammengehörigkeit und als Status, dass man vergeben ist – oder aber man möchte dem Ring einen noch romantischeren Ausdruck verleihen: im Zeichen der Vena Amoris. Entscheidend ist letztendlich, dass jeder den perfekten Moment erlebt und dem Ring seine eigene Bedeutung gibt.

Eines ist allerdings immer gleich: Der Ehering wird am Ringfinger getragen. Der Hintergrund dazu ist allerdings nicht überliefert und somit größtenteils unbekannt. Eine Vermutung hängt jedoch wieder mit dem Mythos der Liebesader zusammen, die über den Ringfinger zum Herzen führen solle.

Ist die Entscheidung getroffen, steht dem Ringaustausch nichts mehr im Wege. Jetzt fehlt nur noch die Wahl des richtigen Eherings.

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